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Beim Wasserstoffverbrennungsmotor (kurz Wasserstoffmotor) wird ein konventioneller Verbrennungsmotor mit Wasserstoff als Kraftstoff betrieben. Grundlage ist die Knallgasreaktion (zwei Teile Wasserstoff mit einem Teil Sauerstoff) in einem Kolbenrotationszylinder. Der Gesamtprozess arbeitet dabei nach dem Ottoprinzip wie in herkömmlichen Ottomotoren. Teils können Benzinmotoren auch für den Betrieb mit Wasserstoff modifiziert werden.
Der Wasserstoffverbrennungsmotor ist nicht zu verwechseln mit der Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle.
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Er ist aufgebaut wie ein Otto-Motor, da der Wasserstoff nur durch Zündkerzen oder einen Dieselkraftstoff-Zündstrahl (siehe Schichtladung) und nicht durch Selbstzündung zur Verbrennung gebracht werden kann. (Die Zündtemperatur von Wasserstoff liegt mit 560 °C[1] ungefähr 340 °C über der von Dieselkraftstoff[2].) Bei Hubkolbenmotoren müssen besondere Vorkehrungen getroffen werden, damit der Wasserstoff nicht frühzeitig mit Sauerstoff in Kontakt kommt (Gefahr der Knallgas-Reaktion). Verschiedene Verfahren zur Aufbereitung des Verbrennungsgemisches werden im Folgenden vorgestellt.
Bei der äußeren Gemischbildung mit gasförmigem Wasserstoff wird dieser mit geringem Überdruck an das Ansaugrohr eingeblasen. Wenn der Kraftstoff als flüssiger Wasserstoff im Kraftstofftank gespeichert wird, muss er auf dem Weg vom Tank zum Motor erwärmt werden, so dass er dort gasförmig ankommt. Der Kraftstoff wird noch vor dem Eintritt in den Verbrennungsraum mit der angesaugten Luft vermischt. Dieses Gemisch wird nach dem Schließen der Einlassventile im Verbrennungsraum zum Beispiel durch den Funken einer Zündkerze fremdgezündet. Da Wasserstoff eine sehr geringe Dichte hat, verdrängt er bei der Saugrohr-Einblasung viel Luft. Folglich kommt weniger Luft in den Brennraum, der Liefergrad wird schlechter. Alternativ kann flüssiger Wasserstoff in das Saugrohr eingespritzt werden. Durch den Kontakt mit der vergleichsweise warmen Ansaugluft erwärmt sich der Wasserstoff. Die Ansaugluft hingegen kühlt sich ab und nimmt dadurch im Volumen ab. Dadurch kann mehr Luft in den Brennraum einströmen.
Bei diesem Mischungsverfahren wird gasförmiger Wasserstoff unter hohem Druck (80 – 120 bar) direkt in den Verbrennungsraum eingeblasen. Dort mischt er sich mit der angesaugten Luft und das Wasserstoff-Luft-Gemisch wird mit einer Zündkerze entzündet. Durch diese Aufladung wird die effektive Verdichtung erhöht und somit auch der thermodynamische Wirkungsgrad. Die Füllung gegenüber der Saugrohreinblasung ist stärker, weil nur Luft angesaugt wird und der Wasserstoff ein relativ großes Volumen im Vergleich zu Benzin einnimmt. Eine Besonderheit bei der Zündung ist das Diesel-Zündstrahl-Verfahren: Um das Gemisch ohne Zündkerze zünden zu können, wird zusätzlich zum Wasserstoff eine geringe Menge Diesel eingespritzt, die sich leichter entzündet als Wasserstoff. Brennt erst einmal dieser Diesel-Zündstrahl, wirkt er als Pilotzündung für den Wasserstoff. Nachteil dieses Verfahrens ist der zusätzliche Bedarf eines Hilfskraftstoffs. Im Ottomotor und im Wankelmotor kann man den Wasserstoff direkt ohne Hilfskraftstoffe mit Zündkerzen zünden. Die Direkt-Einblasung wird zum Beispiel von Mazda in den RX-8-H2-Motoren eingesetzt.
Äußere und innere Gemischbildung lassen sich auch kombinieren. Da dann jedoch zwei Einspritzsysteme benötigt werden, ist das Verfahren sehr teuer. Jedoch lassen sich noch andere Gemischbildungsarten kombinieren: Bei Verbrennung mit innerer Gemischbildung kann Wasserstoff früh oder spät eingespritzt werden. Die frühe Einspritzung ist sofort nach dem Schließen der Einblasventile, die späte Einspritzung ist nahe dem oberen Totpunkt, also unmittelbar vor und/oder während der Verbrennung. Für eine gute Durchmischung von Luft und Wasserstoff ist die frühe Einspritzung gut. Da sich ein homogenes (gut durchmischtes) Wasserstoff-Luft-Gemisch sehr leicht entzündet, kann man das früh eingespritzte Gemisch sehr mager halten (wenig Wasserstoff pro Luft), so dass es nicht so zündwillig ist. Erst nahe dem oberen Totpunkt, wenn die Zylinderladung gezündet werden soll, wird noch einmal eingespritzt und mit einer Zündkerze gezündet. Durch die Wasserstoffeinblasung während der Verbrennung kann die Verbrennung beeinflusst und damit gesteuert werden. An diesem System forscht die Firma BMW, um die Leistung der Motoren zu steigern und die Emissionen von Luftschadstoffen zu senken.
Abseits der technischen Problemstellung bleibt eine weitere Frage, wo der Wasserstoff für Wasserstoffantriebe herkommt. Wasserstoff ist im Gegensatz zu Öl keine Energiequelle, da man Wasserstoff in der Natur nur gebunden vorfindet. Im Rahmen einer Wasserstoffwirtschaft muss der Wasserstoff folglich immer durch Einsatz von Energie produziert werden. Für die heutige Forschung zu Wasserstoffantrieben wird der Wasserstoff meist aus Erdgas bei gleichzeitiger Entstehung des Klimagases CO2 gewonnen – dabei nimmt einerseits der Energiegehalt ab, andererseits ist es keine dauerhafte Lösung. Andere Arten der Wasserstoffherstellung gehen beispielsweise über Elektrolyse, welche aktuell erst in Norwegen in größerem Maßstab betrieben wird, weil man dort mit Wasserkraftwerken mehr Strom produziert, als man verbraucht. Die Elektrolyse weist eine Effizienz von etwa 70% auf. Weitere Verluste entstehen durch die Kompression (könnte aber teilweise zurückgewonnen werden) und den Transport des Wasserstoffs.
„Die Verwendung von Wasserstoff im Verkehr ist wegen der hohen Energieverluste und Kosten der Produktion, der Aufbereitung und des Transportes nicht zu befürworten. Auch die Herstellung von Methanol vor allem aus Erdgas ist nicht sinnvoll, da das Erdgas auch ohne die Verluste der Methanolherstellung direkt genutzt werden könnte. Selbst sofern regenerative Energieträger im Straßenverkehr eingesetzt werden könnten, wäre der Ersatz von alten hochemittierenden fossilen Kraftwerken durch diese regenerative Energie (Solarenergie, Windenergie, Wasserkraft) wesentlich sinnvoller als der Ersatz von benzinbetriebenen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor durch Wasserstoffantriebe. Würde diese regenerative Energie direkt genutzt werden, könnten auch kabelgebundene Transportmittel, wie Straßenbahn, Fernbahnen und Oberleitungsbusse als „Nullemissionsfahrzeug“ betrieben werden.“
– Umweltbundesamt[3]
Hauptartikel: Wasserstoffspeicherung
Der Wasserstoff für den Wasserstoffmotor wird in einem Metallhydridtank bei einem Druck von etwa 7 bar gespeichert. Da der Wasserstoff nur freigesetzt werden kann, wenn die Temperatur des Metallhydrids steigt, kann das Gas solange sicher gespeichert werden, bis es als Kraftstoff benötigt wird. Beim Betanken des Fahrzeugs muss das Metallhydrid mit Wasser gekühlt werden, da sonst der Wasserstoff mit dem Metallhydrid reagiert, was zu einem erheblichen Temperaturanstieg führen würde. Umgekehrt wird der im Betrieb benötigte Wasserstoff freigesetzt, indem das erwärmte Motorkühlwasser durch das Metallhydrid geleitet wird.
Im Jahre 1999 fand die Wasserstofftechnik am Flughafen München in drei Niederflur-Gelenkbussen mit Druckwasserstoffspeicherung der Firma MAN Nutzfahrzeuge Einzug.
Auch in Berlin waren zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zwei Busse mit Wasserstoffverbrennungsmotor von MAN im Dauereinsatz. Gegenwärtig (Juni 2008) erprobt die BVG in Berlin 14 Busse mit Wasserstoffantrieb im Linienverkehr. Ein weiterer Ausbau der Flotte ist geplant.
1991 entwickelte Mazda mit dem HRX-1 sein erstes mit einem Wasserstoffwankelmotor angtriebenes Versuchsauto. 1993 folgt dann der HRX-2 und rüstet versuchsweise einen MX-5 mit einem Wasserstoffwankelmotor aus. 1995 erfolgt mit einem Capella Cargo ein zwei Jahre dauernder Fahrversuch im Straßenverkehr. 2003 stellt Mazda den RX-8 Hydrogen RE vor. [4] 2005 folgt der Mazda 5 Hydrogen RE. Im März 2006 lieferte Mazda Japan die ersten wasserstoffbetriebenen RX-8 an Kunden aus. [5]
1999 wurde der BMW 750hL, das erste Konzeptfahrzeug mit Wasserstoffverbrennungsmotor von BMW mit 150 kW Leistung (204 PS) und 225 km/h Spitzengeschwindigkeit, entwickelt.
Ein zweites wasserstoffgetriebenes Modell, der BMW 745h mit einer Leistung von 135 kW (184 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h, wurde 2001 präsentiert, im selben Jahr baute die BMW Group den Mini Cooper Hydrogen, den ersten Mini Cooper mit Wasserstoffverbrennungsmotor.
Auf der Auto-Show 2006 in Los Angeles hat BMW einen weiteren PKW mit Wasserstoffantrieb vorgestellt. Ab Frühjahr 2007 kann der BMW 760h „Hydrogen 7“, basierend auf dem 760i der BMW 7er Reihe, von BMW geleast werden (ein Verkauf ist derzeit nicht vorgesehen). Der herkömmliche 12-Zylinder Verbrennungsmotor der 7er Reihe wurde dabei für die Verbrennung von Wasserstoff modifiziert. Der Motor leistet 260 PS und 390 Nm Drehmoment. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei ca. 230 km/h (elektronisch abgeregelt). Wegen des Wasserstoff-Tanks wurde der Kofferraum von 500 l auf 250 l verkleinert.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wasserstoffverbrennungsmotor aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die hier sichtbare Version wurde zuletzt am 17.10.2009 modifiziert und kann von Original abweichen.
