Kurbelgehäuse mit eingegossenen Zylindern eines Reihensechszylindermotors der Fa. BMW
Das Kurbelgehäuse bildet als Lagerung der Kurbelwelle ein wichtiges Teil von Verbrennungsmotoren. Je nach Hersteller unterscheidet sich die Definition des Kurbelgehäuses und wird dort auch mit dem Motorblock gleichgesetzt. Nach Pischinger ist das Kurbelgehäuse der Verbund aus Zylinder, Kühlmantel und Triebwerksgehäuse[1].
Bei Viertaktmotoren wird das Kurbelgehäuse in aller Regel unten mit der Ölwanne abgeschlossen. Diese dient dabei auch zum Auffangen des Schmierstoffes und zur Ölbevorratung. Der Großteil aller hergestellten Kurbelgehäuse kleiner und mittlerer Baugröße besteht aus einem Gussteil, wobei Gusseisen, Sphäroguss (für höhere Beanspruchung) und Leichtmetall (vorwiegend Aluminium) als Material Verwendung finden. Bei größeren Motoren finden auch Schweißkonstruktionen aus Stahl oder Gusseisen Verwendung.
Bei Zweitaktmotoren wird das Kurbelgehäuse auch zum Gemischtransport als Spülpumpe und zur Vorverdichtung des Verbrennungsgemisches verwendet. Die Überströmkanäle zum Zylinder münden in das Kurbelgehäuse. Bei Zweitaktmotoren ohne Frischölautomatik wird ein Kraftstoff-Öl-Luft-Gemisch durch das Kurbelgehäuse geleitet und versorgt Kurbelwelle, Pleuel und Kolben, also alle beweglichen Teile, mit Schmierstoff.
- Jan Trommelmans: Das Auto und seine Technik. 1. Auflage, Motorbuchverlag, Stuttgart, 1992, ISBN 3-613-01288-X
- ↑ Franz Pischinger: Verbrennungsmotoren, Vorlesungsumdruck, Band 1, Druck im Selbstverlag, Aachen: September 1986, S. 309
Umfangreiche Darstellung der Entwicklung, Gestaltung und Bauarten von Pkw- und Nkw-Kurbelgehäusen bei Motorlexikon